Es geht langsam voran, die Betonung liegt auf „langsam“. 2012 war ein gutes Jahr, ich hatte viele Auftritte mit anderen Bands und Künstlern. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich vom Musik-Machen mittlerweile gut leben kann. Es gibt immer noch Menschen die mich mit mitleidigem Blick anschauen, wenn ich ihnen sage, dass ich Musiker bin. Die einen sagen dann:“Boah, iss schon hart so als Musiker oder?, oder:“ Kann man davon leben?. Ich kanns auch verstehen, denn das Musiker-Leben ist sehr breit gefächert und ich fahr immer noch keinen Neuwagen. Die einen leben nur von ihrer Kunst, manche gut, die anderen kämpfen sich durch, die einen schaffen es in rasanter Geschwindigkeit, die anderen bauen ihr Leben Schritt für Schritt auf. Wahrscheinlich bin ich einer von denen, die es immer Schritt für Schritt gemacht haben. Ich halte recht wenig vom schnellen Ruhm. Aber das muss jeder selbst wissen. Ich hoffe, dass ich einfach nur mein ganzes Leben das machen kann, was ich mache. Ich schlage mich durch mit Jobs, spiele hin und wieder Galas oder Firmen Events, meistens macht das auch Spass, manchmal bist du der Star, ein andermal sitzt du im Nebenzimmer und bekommst kalte Schnittchen anstatt mit am Tisch zu sitzen. Ich stehe da drüber, denn meistens ist man mit netten Menschen unterwegs, und davon durfte ich im letzten Jahr wieder eine Menge kennenlernen. Ich komme manchmal in die Location und weiss noch nicht einmal wer der Schlagzeuger ist, und dann trifft man Menschen, mit denen man vor Jahren schon mal gespielt hat. Crazy!

Trotz allem kann und will ich nicht aufhören meine eigene Musik zu machen. Es gibt mir das Gefühl ein Gesicht zu haben, etwas von mir zu geben. Man macht aus NICHTS etwas, was dann existiert. Die Gedanken erzeugen Musik, Energie, die an andere Menschen weiter gegeben wird. Es hat etwas sehr spirituelles, wenn man genau drüber nachdenkt. Es ist vielleicht der Grund warum ich so bin wie ich bin, schon immer ein Mensch, der aus einem weissen Blatt Papier ein Bild machen will. Das steckt wohl in einem, und man wird fast depressiv, wenn man es nicht rauslässt. So ist das. Ich bin froh, dass es so ist, und dass ich es nie unterdrücken musste, dafür haben meine Eltern und ein Grossteil meines Umfeldes gesorgt. Jetzt geht es weiter, 2013! Ein neues Jahr und ich habe noch keine Ahnung, was passieren wird. Es sind einige Gigs geplant von denen ich weiss, aber der Rest kommt wie immer auf mich zu. Daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Keine Panik, es wird alles gut!